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Morbus Crohn

Der Morbus Crohn (Synonyme: M. Crohn, Enteritis regionalis Crohn, Ileitis terminalis, Enterocolitis regionalis, sklerosierende chronische Enteritis; engl.: Crohn's disease, regional enteritis) gehört zur Gruppe der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Es handelt sich um eine vermutlich autoaggressive, chronisch-granulomatöse Entzündung, die im gesamten Magen-Darm-Trakt von der Mundhöhle bis zum After auftreten kann. Bevorzugt befallen sind der untere Dünndarm (terminales Ileum ca. 40%) und Grimmdarm, seltener Speiseröhre (Oesophagus) und Mund. Charakterisierend für Morbus Crohn ist der diskontinuierliche, segmentale Befall ("skip lesions") der Darmschleimhaut, das heißt es können gleichzeitig mehrere Darmabschnitte erkrankt sein, die durch gesunde Abschnitte voneinander getrennt sind.
Der Name "Crohn" bezieht sich nicht auf den chronischen Verlauf der Krankheit, sondern auf den Magen- und Darmspezialisten Dr. Burrill Bernard Crohn, der das Krankheitsbild 1932 erstmals beschrieb.


Entstehung von Morbus Crohn (Ätiologie und Pathogenese)

Die Entstehung von M. Crohn ist nicht eindeutig geklärt. Man versteht die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen heute als krankhaft gesteigerte Immunreaktion gegen die Darmflora in einem genetisch prädisponierten Wirt. Vieles deutet daraufhin, dass zumindest bei einem Teil der Morbus Crohn Patienten die Barriere zwischen dem Darmlumen und dem Organismus defekt ist. Konkrete Hinweise auf diesen Barrieredefekt zeigen sich z. B. im Mangel an anti-infektiv wirksamen Peptiden (Defensinen) im Mucus (Schleim), der der Darmschleimhaut aufgelagert ist. Zudem sind häufig die abdichtenden Verbindungen zwischen der Epithelzellen der Darmschleimhaut "undicht", d.h. nicht mehr funktionell und in ihrer Zahl vermindert. Ob der kontrollierte Zelltod (Apoptose) vieler Epithelzellen ein primäres oder sekundäres Phänomen ist, und damit dem Krankheitsbild ursächlich zugrunde liegt oder nur zur Chronifizierung der Entzündung beiträgt, ist unklar. Durch den Defekt der Barrierefunktion gelangen - im Gegensatz zur Situation beim Gesunden - Bakterien der normalen Darmflora in großer Zahl direkt auf das Epithel der Darmschleimhaut und dringen teilweise auch in die Darmwand ein, wo sie dann an sich regelrechte Entzündungen auslösen, die die Barriere noch weiter schädigen, sodass im Sinne eines Teufelskreises weitere Bakterien der Darmflora in die Darmwand eindringen und die Entzändung weiter anfachen. Der primäre Defekt der Barrierestörung kann zumindest teilweise genetisch bedingt sein. So ist die Produktion bestimmter Defensine bei Morbus Crohn-Patienten mit für Morbus Crohn charakteristischen Mutationen in einem Gen (NOD2/CARD15), welches einen intrazellulären Sensor für bakterielle Strukturen codiert, gegenüber Morbus Crohn Patienten ohne diesen Gendefekt noch stärker vermindert, obwohl die Defensinproduktion auch bei Morbus Crohn Patienten ohne diesen Gendefekt bereits drastisch gegenüber Gesunden vermindert ist. Raucher haben ein erhöhtes Risiko an Morbus Crohn zu Erkranken. Welche Faktoren der Umwelt zur verbreiteten Entwicklung des Morbus Crohn in Gesellschaften mit hohem hygienischem Standard führen ist noch unklar. Möglicherweise beugt ein Befall mit Parasiten (z. B. Würmern), durch eine spezifische Modulation der Immunantwort der Chronifizierung der Entzündungsreaktion vor. Auch andere Hypothesen, wie die Schädigung der Darmbarriere durch die zunehmende Exposition gegenüber Detergetien, wie Seifen, Weichmachern oder Emulgatoren, könnte dazu beitragen, die Barrierefunktion der Darmwand zu schädigen und so dem Eindringen von Bakterien der normalen Darmflora Vorschub zu leisten. Wahrscheinlich sekundär ist die Verschiebung in der Zusammensetzung der Darmflora bei Morbus Crohn Patienten. Im Vergleich zu Gesunden findet man eine deutliche Reduktion der Anzahl erschiedener Bakterienspezies. Antibiotika könnten zu dieser Verschiebung beitragen. Andererseits beugen Antibiotika einem aktuten Entzündungsschub vor. Kontrollierte klinische Studien mit Antibiotika haben jedoch bisher keinen eindeutigen Stellenwert dieser Substanzen in der Therapie des Morbus Crohn erkennen lassen. Früher vermutete Zusammenhänge mit einer spezifischen Ern&aauml;hrung, wie z. B. vermehrter Gebrauch von raffinierten Zuckersorten bei Morbus Crohn-Patienten, werden heute als sekundär erachtet, da viele Morbus Crohn-Patienten aufgrund der Entz&uulm;ndungen im Dünndarm eine generell verminderte Resorption und damit eine schlechtere Nahrungsverwertung aufweisen. Psychische Auffälligkeiten sind ebenfalls Folge, weniger Ursache der Erkrankung, obwohl Stress bei Morbus Crohn-Patienten zum Auftreten erneuter Entzündungen führen kann.


Symptomatik

Morbus Crohn beginnt meist beim jungen Erwachsenen mit Müdigkeit, Gewichtsverlust, Schmerzen im rechten Unterbauch und (meist unblutigem) Durchfall. Ebenfalls können Fieber, starker Gewichtsverlust, Übelkeit und Erbrechen entstehen. Eine Manifestation der Erkrankung ohne Durchfall ist auch möglich. Schubweise auch mit Fieber, einem Anstieg der weißen Blutkörperchen und einer Anämie (Abnahme des roten Blutfarbstoffes). Bei vielen Patienten jedoch ist die Art und das Empfinden der Symptome unterschiedlich. Es kann beispielsweise zu Beginn und im Verlauf einer "Entz¨ndungsphase" (einem sog. "Schub") zu Appetitlosigkeit, Schmerzen oder Krämpfen im gesamten Unterbauch und Oberbauch kommen. Auch wird von Betroffenen "schmetterlingsartiges Kribbeln" beschrieben, dass nach einem Toilettengang verschwindet, bzw. sich die Symptomatik zeitweise bessert. Bei bis zu 50% der Morbus Crohn Patienten treten auch sogenannte extraintestinale Manifestationen, Erscheinungen des Morbus Crohn ausserhalb des Magen-Darm-Traktes auf. Sehr häufig sind die Gelenke, die Haut oder die Augen betroffen. Die extraintestinalen Manifestationen können auch vor der intestinalen Symptomatik auftreten. (Hauptsächlich treten diese Symptome jedoch als Nebenwirkung vieler Medikamente wie z.B. Kortison auf!)




Neuigkeiten

18.2.2008: Der Noro-Virus hält Einzug.
7.4.2007: Andere Bezeichnungen für Durchfall hinzugefügt.
25.12.2005: Beschreibung über Colitis Ulcerosa eingefügt.
24.12.2005: Weitere Helfer unterstützen Durchfallverbot.
13.11.2005: Beschreibung über Morbus Crohn eingefügt.
2.10.2005: Erste Helfer haben sich gemeldet.


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